Suzie wird Model

Darf ich vorstellen: Das ist Suzie.

Suzie ist aus Plastik und bevölkert, nebst der antiken Schneiderpuppe Frau Stockmann und einer weiteren kopflosen Dame, die in erster Linie Werkzeug ist, mein Atelier.

Suzie wird jetzt Model, weil, wenn man sie desinfiziert, ist sie quasi aseptisch. It's plastic but it's fantastic! Aber dazu später.

Sie macht sich doch gut?

Suzie ist ein Pressplastikteil, eine Art Monoblock, wie die Stühle, die auf der ganzen Welt herumstehen. Vermutlich wurde sie, zwecks Transport und so, jeweils auf andere Plastikfrauen gestapelt. Man kann sich das schon vorstellen - ist aber politisch wahrscheinlich unkorrekt.

Suzie stammt von einem Markt. Sie hing da in einem jener Stände, die nach 10 Jahren noch die Mode von hintergestern unter die Leute bringen, war mit einem hässlichen Haken versehen und trug eine ebenso hässliche, vollsynthetische Winterjacke. Suzie tat mir leid. Wegen der Jacke und weil sie wegen des Hakens bereits ein Loch im Kopf hatte. Und natürlich vor Allem, weil ich dachte, sie würde mein Atelier auf ihre zauberhafte Plastikweise bereichern.

Der Verkäufer am Stand wollte mir erst partout die hässliche Jacke verkaufen; als er dann aber begriffen hatte, was ich wollte, überlegte er ganz kurz - und wollte 35 Franken. Ich diskutierte nicht lange, ich wollte Suzie, auch wenn sie natürlich schon nur wegen des Lochs im Kopf mit 35 Stutz masslos überzahlt war.

Der Heimweg war dann ein mittlerer Spiessrutenlauf. Suzie war nackt, ich hatte keine Tasche, in die sie gepasst hätte und die hässliche Jacke wollte ich nun wirklich nicht. Besucher (männliche Form Absicht) an so einem Markt sind vermutlich per se nicht korrekt. Seufz, naja, wir schafften es. Und Suzie passte genau unters Fenstersims!

Seit ein paar Jahren schaut sie mir beim Arbeiten zu und setzt Staub an. Suzie hiess auch gar nicht Suzie (sie fand das besser als Susi), bis ich sie vorgestern zum Model ernannte.

Mach mal Fotos von Hygienemasken ohne ein Gesicht drunter - sieht einfach langweilig aus. Suzie aber trägt sie mit Grandezza, nachdem ich ihr für die Gummibänder zwei Kerben in den Kopf geschnitten habe. Und sie wird, dank meiner Putztätigkeit, all die Masken während des Shootings in keiner Weise kontaminieren. So praktisch!

Die Masken sind übrigens gefüttert mit einem speziell imprägnierten Stoff, der antiviral und antibakteriell wirkt und bis zu 30 Mal gewaschen werden kann. Und es gibt noch mehr...

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